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Anpassungsfähigkeit (Haus 6 / Jungfrau / Merkur)

Jeder Mensch wird in eine bestimmte Zeitepoche und Kultur, in ein Milieu und eine Familie hineingeboren, lebt in einer Gemeinschaft und Gesellschaft mit ihren Normen, Idealen und Richtlinien. Diese Normen des jeweiligen Milieus und der Familie werden in der Sozialisationsphase, durch die Vorbildfunktion der Eltern und Großeltern vorgelebt und mittels Erziehung gefestigt. Später erfüllen Erzieher, Lehrer und Vorgesetzte weitestgehend die Funktion der Eltern und bereiten auf das Funktionieren in der Gesellschaft, insbesondere im Arbeitsleben vor. Dabei ist wichtig, dass trotz einer erforderlichen Anpassung, der heranwachsende Mensch in seinem Wesen beachtet und dessen Eigenarten, Talente und Begabungen gefördert werden, damit sich eine gesunde Entwicklung der Persönlichkeit vollziehen kann.

Wurden jedoch persönliche Eigenarten und Unterschiede im Vergleich zu den Vorstellungen und Idealen der Herkunftsfamilie von den Autoritätspersonen als negativ bewertet, dann war der Anpassungsprozess sicherlich mit Selbstverleugnung verbunden und das eigene Wesen konnte sich kaum entfalten. So musste man seine wirklichen Gefühle und Gedanken an akzeptierte Formen anzupassen und hat nun Hemmungen, außerhalb des Erlaubten, diese wahrzunehmen und auszudrücken. Man ist sehr vorsichtig und zurückhaltend, beobachtet mitunter ängstlich die Mitmenschen, und versucht mit einer sich unterordnenden und anspruchslosen Grundhaltung eine Daseinsberechtigung zu erlangen. Fleißig und dienstbar erfüllt man die Forderungen anderer, während eigene Ansprüche bescheiden zurückgestellt werden. Man möchte auf keinen Fall anecken, da man sehr stark Kritik fürchtet, denn dies war eine Erziehungsmethode, die immer noch Wirkung zeigt.

Und so wird man mit Menschen konfrontiert, die ständig an einem etwas auszusetzen haben, immerzu herumnörgeln und kritisieren. Unbewusst sucht man sich z.B. im Berufsleben eine Tätigkeit aus, bei der man sich sehr stark an vorgegebene Muster anpassen, kaum durch Kreativität oder eigene Ideen Erfolgserlebnisse verbuchen kann, aber mit Fehlern sofort auffällt. Aber auch zu hause ist man die Dienstmagd oder das Arbeitstier der Familie. Die überzogene Kritik des Partners oder Chefs widerspiegelt die altbekannte Situation und man glaubt, sich noch mehr anstrengen und anpassen zu müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass in einigen Kreisen Anpassung, Unterordnung und Dienen als positive Eigenschaften dargestellt werden, was zu psychosomatischen Erkrankungen führen kann, ja geradezu disponiert. Die Seele hat dann gar keine andere Wahl, als sich über eine Krankheit von zu starker Anpassung zu befreien.


Stichworte

Anpassungsfähigkeit, analytische Fähigkeiten, psychoanalytische Fähigkeiten,
Wahrnehmungsfähigkeit, Beobachtungsfähigkeit, Fähigkeit, die eigenen (auch die unangepassten) Gefühle zu zeigen, diagnostische Fähigkeiten, Fähigkeit sich seelisch zu reinigen, Fähigkeit zu Hygiene und Sauberkeit, Kritikfähigkeit, Fähigkeit, etwas zu verwerten, Fähigkeit zu Recycling, Arbeit die dem eigenen Wesen gemäß ist.


Hemmung

Ideale von Anpassung und Unterordnung, Ideale von Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, Anpassung durch Selbstverleugnung, Verdrängung eigener Egoismen, Verdrängung von Eigennutz, sich primär für andere nützlich machen, vorrauseilender Gehorsam, immerzu Beanstandungen und Kritik für eigene Arbeit ertragen, zu viel Selbstkritik.

Kompensation

Ideale von Anpassung, Unterordnung und Arbeit vertreten, Andere für eigene Interessen ausnutzen und benutzen, die Arbeit anderer beurteilen, andere mit Kritik zur Anpassung drängen.

Entwicklungsprozess

Nach und nach werden Umweltbedingungen für eigene Pläne und Ziele genutzt.
Anpassung so weit wie nötig, i
ndividuelle Anpassung.

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