Der
Skorpion
Hemmung
Der Skorpion fühlt sich gehemmt, wenn er sein Leben nach fremden
Vorstellungen ausrichten muss. Dabei geht's nach dem Muster: Wer keine
eigenen Vorstellungen entwickelt hat, dem werden fremde Vorstellungen
aufgezwungen; wer kein eigenes Programm entwickelt hat, der muss sein
Leben nach fremden Programmen ausrichten; wer keine eigenen Pläne
hat, der wird verplant - im Sinne des Partners, der Familie, Firma,
Partei, der Gesellschaft, des Kollektivs usw. Weil der Skorpion keine
eigenen Vorstellungen entwickelt hat, wird er immer wieder unter Erwartungsdruck
gesetzt, die Vorstellungen anderer zu erfüllen. Oftmals besitzen
die damit verbundenen Abläufe rituellen Charakter, wie z.B. jeden
Tag zur gleichen Zeit seine Mutter anzurufen, jedes Wochenende die gleichen
Verwandtenbesuche, Sexualität immer auf die gleiche Weise zu vollziehen,
dreimal täglich zu beten o.a. Dabei wird der Skorpion total vereinnahmt
und darf kein Leben außerhalb dieser Programme führen, also
etwa eigene Bekannte oder Freunde oder Zeit für sich zu haben.
Mancher Skorpion lebt nach schmerzlichen Erfahrungen in solch einer
Beziehungskiste allein. Im Beruf muss der Skorpion in der Hemmung im
Sinne von Chefs und Stellenprogrammen funktionieren. Dort ist er ein
kleines Licht und partizipiert an der Macht einer staatlichen Behörde,
des Staates, einer Kommune, einer Partei, der Bank, eines einflussreichen
Konzerns.
Kompensation
Der Skorpion in der Kompensation strebt nach Dominanz und Überlegenheit.
Damit kompensiert er seine in der Vergangenheit wiederholt gemachten
Ohnmachtserfahrungen. Wenn er wenigstens einen Menschen in seinem nahen
Umfeld hat, den er seine Vorstellungen aufoktroyieren kann, fühlt
er sich wohl. Der Skorpion ist dabei nicht böse und will es auch
gar nicht sein. Er spult lediglich sein Programm ab. Er organisiert,
plant, regelt und managt viele Dinge, denn er hat eine ungeheure Ausdauer
und auch Kraft. Andere halten sich an seine Vorgaben, oftmals aus Mangel
an Alternativen. Bei seinen Handlungen geht er meistens perfektionistisch
vor. Halbe Lösungen sind für ihn keine Lösungen und er
ist kein Freund von Kompromissen. Es geht nach dem Muster: "entweder
/ oder". Es zählt also nur die perfekteste Lösung. Um
diese zu verwirklichen, kann er ungeheuere Kräfte mobilisieren
und sich total verausgaben. Daher liegt ihm besonders die Chefposition
bei der er anweisen und befehlen darf. Vielleicht hält er sich
ein Haustier für diese Zwecke.
Erwachsen
Der erwachsene Skorpion hat erkannt, dass man für sein Leben ein
Konzept braucht. Überall - ob im Familienleben, der Partnerschaft
und Sexualität, ob bei der Finanzplanung, beim Hausbau oder Wohnen,
der Arbeitswelt, Selbständigkeit, Gesundheit, Therapien usw. gilt
es eigene Vorstellungen zu entwickeln. Ohne eine konkrete Vorstellung
und einen Plan entstünde kein Haus, gäbe es keine Technik,
ja würde es die Natur und das Leben gar nicht geben. Der erwachsene
Skorpion lässt sich kaum noch unter Druck setzen und legt keine
Erwartungshaltungen an andere Menschen. Er versucht selbst seine Vorstellungen
zu verwirklichen, anstatt dieses von anderen zu erwarten. Außerdem
achtet er darauf, dass die Mitmenschen in seinem Umfeld nicht zu kurz
kommen und ihre Ansichten gleichberechtigt einbringen können. Er
sagt: "Das sind deine Vorstellungen und das sind meine Vorstellungen
- und nun schauen wir, wie oder ob wir zusammen kommen." Beruflich
nimmt er sich ein bestimmtes Fachgebiet um dort in die Tiefe zu gehen.
Er möchte jede Einzelheit erfassen und total durchleuchten. Nichts
darf ihm entgehen. Bei seinen Tätigkeiten hat er eine Vorliebe
für Leitbilder, Konzepte und Programme - seien es Computerprogramme,
Förderprogramme, Programme des Staates, Arbeitsprogramme, Planungen,
dessen Umsetzung und Überwachung. Der
erwachsene Skorpion ist ein Meister der Wandlung. Da er in seinem Leben
einige tiefgreifene seelische und geistige Wandlungsprozesse absolviert
hat, kann er andere Menschen dabei führen und leiten und als Therapeut
arbeiten. Als Chef ist der erwachsene Skorpion einsatzfreudig und hoch
energetisch. Gerne setzt er sich für schwächere Menschen ein.